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Liebe Leser und Freunde deutschsprachiger Dichtkunst

 

Hier entsteht ein Blog, in dem ich so viele Gedichte wie möglich zusammentragen möchte.

Aus Gründen des Urheberrechts kann ich aber nur von jenen Dichtern Werke veröffentlichen, die vor mindestens 70 Jahren verstorben sind.

Dieser Blog ist noch im Aufbau und ich würde mich freuen, wenn sie ab und zu mal vorbeischauen und die Fortschritte beobachten.

Ich wünsche ihnen in Zukunft viel Spaß mit diesen Blog.

Donnerstag, 8. oktober 2009 4 08 /10 /2009 13:34
 
     
  Das beste Andencken

Was ist/ o Himmels-Fürst/ der Mensch/ die Hand voll Koth/
Daß du ihm unverdient so holde Liebe schenckest?
Was treibt dich/ grosser GOTT/
Daß du so väterlich an Adams Erben denckest?

Auff Erden ruht dein Fuß/ im Himmel ist dein Thron/
Du bist der Heilige/ der Starcke/ der Gerechte/
Der Mensch ist spröder Thon/
Befleckt/ ohnmächtig/ kranck/ ein sündliches Geschlechte.

Doch hältstu über ihm genädig Aug' und Hand/
Es wallet gegen ihm dein brennendes Gemütte/
Dein Sohn ist selbst das Pfand
Der ungefärbten Huld/ ein Zeuge deiner Gütte.

Wie aber denckt/ o Gott! der schnöde Mensch an dich/
Hier ist nur Undanck und Vergessenheit zu finden/
Erforsch ich selber mich/
So seh ich alle Spur der Danckbarkeit verschwinden.

Ich denck am meisten/ wie mirs zeitlich gehe wohl/
Und lasse hin und her zerstreute Sinnen wancken;
Was ich bedencken soll/
Drauff richt ich offtermahls nur flüchtige Gedancken.

Ich bin mir wenig Lieb' und Treu zu dir bewußt/
Drum muß mich schwartze Reu' und bange Furcht bekräncken/
Es kocht in meiner Brust
Gehäuffter Sünden Schuld/ betrübtes Angedencken.

Ich leider! bins/ der dich/ o Heyland/ band und schlug/
Der dein geängstes Haubt mit Sünden-Dornen rizte/
Dir Holtz zum Creutze trug/
Und selbst für Hand und Fuß die scharffen Nägel spizte.

Ach Herr/ gedencke nicht die Schulden junger Zeit/
Noch wie ich war bedacht das Sünden-Maaß zu füllen/
Denck in Barmhertzigkeit
An mich und deinen Sohn/ um deiner Gütte willen.

Denckst du in Gnaden mein/ so bin ich wohl bedacht/
Mein Frevel aber bleibt in Ewigkeit vergessen.
Nun Erde gutte Nacht!
Ich dencke nur an den/ des Liebe nicht zu messen. 

Wohl dem/ der nicht im Rath der Ungerechten wandelt/
Der nicht der Sünder Weg/ der Spötter Stul berührt/
Der Gottes Wort mit Lust und reinem Hertzen handelt/
Und sein Gesetze Tag und Nacht im Munde führt.
Der grünet wie ein Baum gepflantzet an den Bächen/
Der seine Früchte bringt zu ausgesezter Zeit.
Kein rauher Wind noch Herbst kan seine Blätter schwächen/
Was er beginnt/ geräth/ und was er wünscht/ gedeyt.
So gehts den Leuten nicht/ die sich vor Gott nicht scheuen/
Der Grund/ auff dem sie stehn/ ist ungewisser Sand/
Sie lassen sich wie Spreu und Staub durch Wind verstreuen;
Was Gold und Eisen hieß/ wird Koth und Wachs erkandt/
Drum kan der Falschen Sinn nicht bleiben im Gerichte/
Noch/ wer gesündigt hat/ bey reiner Schaar bestehn;
Denn auff der Frommen Weg scheint Gottes Angesichte/
Wenn böser Leute Pfad mit Schanden muß vergehn.

Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
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von Amadeus - veröffentlicht in: Abschatz - Community: Deutsche gedichte
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