Freitext

Liebe Leser und Freunde deutschsprachiger Dichtkunst

 

Hier entsteht ein Blog, in dem ich so viele Gedichte wie möglich zusammentragen möchte.

Aus Gründen des Urheberrechts kann ich aber nur von jenen Dichtern Werke veröffentlichen, die vor mindestens 70 Jahren verstorben sind.

Dieser Blog ist noch im Aufbau und ich würde mich freuen, wenn sie ab und zu mal vorbeischauen und die Fortschritte beobachten.

Ich wünsche ihnen in Zukunft viel Spaß mit diesen Blog.

Montag, 12. oktober 2009 1 12 /10 /2009 16:45
 
     
  Der glückselige Blumen-Strauß

Amor selbst brach diese Blumen/ wo Aurora sammlet ein
Ihre Näglein/ ihre Rosen/ die bey frühem Tages-Schein
An dem blauen Himmel gläntzen/
Und ihr schönes Haubt bekräntzen.

Schöne Blumen/ Preiß der Gärten/ welche Florens Hand geziert/
Daß sie von so schönen Händen solten werden angerührt/
Wie beglückt seyd ihr für allen
Amaranthen zu gefallen?

Zwar eur Glantz wird müssen sterben in der Nimphe schönen Hand/
Aber tausend Hertzen wünschten ihnen derogleichen Stand/
Würden willig Geist und Leben
Ihr zum treuen Opffer geben.

War nicht diß ein schöner Garten/ der euch erst das Leben gab?
Werden nicht die schönsten Finger dieser Welt euch Bahr und Grab?
Wer will nicht/ wie ihr/ verderben/
Und so schönen Todes sterben!


Ich lege dir mein Haubt zu deinen Füssen:
Bestraffe mich/ ich will gedultig büssen/
Wofern dein Recht für schuldig kan erkennen
Den/ der da liebt/ was Liebens werth zu nennen.

Ach! straffet sich nicht selber mein Verbrechen?
Vergehn vor Lieb/ und nichts von Liebe sprechen
Ist Pein genung/ wo keine Schuld zu kennen/
Als daß man liebt/ was liebens werth zu nennen.


Nachdem/ Melinde/ dir mein Seufftzen kund gemacht
Ein Theil der herben Schmertzen/
Darein mich deine Zier und meine Liebe bracht/
Und du noch thränen siehst der Augen dunckle Kertzen/
So dencke/ daß noch mehr verborgen ist im Hertzen.
Die Seufftzer haben dir alleine kund gethan/
Wie Lieb und Furcht mich plagen:
Wilt du nicht für bekandt diß Zeugnis nehmen an/
Die Thränen werden dir in ihrer Sprache sagen/
Daß deine Grausamkeit mich wird zu Grabe tragen.

Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
.
 
     
Zurück Übersicht Abschatz Weiter

 

 

 

 

von Amadeus - veröffentlicht in: Abschatz - Community: Deutsche gedichte
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen
Zurück zur Hauptseite

Über diesen Blog

Kategorien

Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden